Erfolgreiche Wiler Jungtambouren an den Jugendwettspielen in Gossau

Junge Wiler trommeln furios

Die Stadttambouren Wil mit der Sektion 2 am Sektionswettspiel des 31. OTV-Jugendwettspiel in Gossau

In Gossau traf sich am 22. und 23. September die Jugend des Ostschweizerischen Tambourenverbands zum Wettspiel. Mit dabei waren auch die jungen Wiler Trommlerinnen und Trommler. Sie musizierten so furios, dass in einer Kategorie gleich das ganze Podest fest in Wiler Hand war.

Das Vorspielen vor der Fachjury

Es ist Samstagvormittag, irgendwo an einem Wettspielplatz an den Jugendwettspielen in Gossau. Ein junger Wiler Tambour stellt sich bereit, um sein Können im Einzelwettspiel zu demonstrieren. Er trommelt vor einer Fachjury die Komposition „Neue Baslertagwacht“, nach Noten, aber auswendig – so wollen es die Regeln. Die wochelange Vorbereitungszeit kristallisiert sich nun auf zwei Minuten. Er beginnt zu trommeln, die Nervosität legt sich. Da und dort spielt er etwas schnell, doch die beiden schwierigsten Passagen gelingen ihm einwandfrei. Abschlag, Schluss. Hat die Jury den einen Fehler gehört? Sicher hat sie, denn die beiden Juroren, denen sich der junge Tambour stellte, sind ausgewiesene Fachleute des Ostschweizer Tambourenverbands. Sie bewerten die Technik, den Rhythmus und die Dynamik des Gehörten und benoten die Leistung. So, wie es dem jungen Wiler Tambour erging, so erlebten rund 300 junge Trommlerinnen und Trommler zwischen acht und zwanzig Jahren aus der ganzen Ostschweiz am 22. und 23. September die Jugendwettspiele in Gossau.

Grosse Wiler Sektion, erste Militärtambourin

Die Stadttambouren Wil waren mit einer grossen Sektion – 30 Mädchen und Knaben – am Anlass präsent, um sich mit der Konkurrenz zu messen – und sie taten dies grossartig. Da sind zum einen die drei Ausnahmekönner Jan Künzle, Yves Wiesli und Isabella Walzthöny: In der Kategorie T1, der Einzelwettspiel-Klasse der älteren Jungtambouren von 16 bis 20 Jahren, qualifizierten sie sich in der Vorrunde mit Kompositionen mit höchstem Schwierigkeitsgrad für das Finale der besten 10 aller 74 Kategorienteilnehmer aus zwei Vorrundengruppen. In diesem Finale belegten sie in der genannten Reihenfolge die Plätze eins, zwei und drei und brachten das Podest ganz in Wiler Hand – eine wahrhaft furiose Leistung. Vor allem Isabella Walzthöny setzte mit dieser Leistung einen persönlichen Höheflug fort: In der Woche zuvor hatte sie als erste Frau in der Schweiz überhaupt die Aufnahmeprüfung zur Militärtambourin bestanden – eine Situation, die so erfreulich und neu ist wie der Begriff dafür.

Raphael Schwager als Finalist

Da sind aber auch Adrian Stieger (6.) und Colin Bellhouse (11.), die mit ihren Rangierungen in den Vorrundengruppen der Kategorie T2 eine begehrte Kranzauszeichnung gewannen; eine solche steht den besten 35 Prozent aller Kategorienteilnehmer zu. Diesen Kranz verpassten Luzio Egli (26.) und Kathrin Baumgartner (30.) knapp. Da ist aber auch Raphael Schwager, der in der Kategorie T2, in der die 114 jüngeren Jungtambouren bis 15 Jahre trommelten, als Einziger im Finale der besten Zehn die Ehre Wils vertrat und ausgezeichneter Neunter wurde. Dank ihrer sehr guten Leistungen in ihren Vorrundengruppen durften sich in der Kategorie T2 auch Erich Koller (6.), Lukas Osterwalder (8.), Lukas Thomi (12.) und Coletta Zumstein (18.) mit einem Lorbeerkranz schmücken lassen. Viele weitere Wiler Einzelwettspieler trommelten in den beiden Vorrundengruppen derselben Kategorie beachtlich, so Dario Loser (22.), Matthias Hurich (39.), Larissa Schubert (43.), Joel Waser (44.), Lukas Spirig (44.), Florian Haas (47.), Severin Eberth (49.) und Renato Bartholet (54.).

Noemi Andres’ Kranzauszeichnung

Grossen Respekt ertrommelten sich in Gossau auch die jüngsten Wiler, welche in der Einsteiger-Kategorie T3 mit rund 100 Teilnehmenden erstmals Wettkampfluft schnupperten. Noemi Andres erspielte sich als sehr gute 26. eine Kranzauszeichnung. Ihr folgten Patrick Meier (42.), Matthias Hilber (43.), Tim Fischer (59.), Manuel Raschle (67.), Tobias Spirig (69.), Lukas Dürr (77.), Vivien Walser (80.) und Joel Klein (88.). Ein Jugendwettspiel wäre aber kein solches, wenn nicht auch die jungen Claironisten des Ostschweizerischen Tambourenverbands zum Einsatz kommen würden. In ihrer Einzelkategorie erreichten Lukas Loser den dritten, Roman Hinder den fünften und Adrian Vogler den sechsten Rang.

Wiler Sektion mit Baslermarsch

Die jungen Wiler Trommlerinnen und Trommler stellten sich zudem auch im Sektionswettspiel der fachkundigen Jury, um dort trommlerische Grundlagen, Märsche und Kompositionen beurteilen und bewerten zu lassen. In der höchsten Stärkeklasse ertrommelten sich die 14 Wiler Jungtambouren unter der Leitung von Maya Thomi den sehr guten 5. Rang – ein Resultat, das umso bemerkenswerter ist, da die Wiler Sektion als eine der einzigen Gruppen einen so genannten Baslermarsch aufführte, der sich der sehr schwierigen Grundlage namens „Doublé“ wegen punkto Schwierigkeit von allen anderen gespielten Märschen abhebt. In der Stärkeklasse 2 traten die Wiler als einer der einzigen Vereine mit einer zweiten Sektion an, deren primäres Ziel es war, Wettspielluft zu schnuppern und die unter der Leitung von Leo Künzle gute Siebente wurde.

Leistungen messen und neue Bande knüpfen

Der Initiant dieser alljährlich stattfindenden Jugendwettspiele ist der Ostschweizerische Tambourenverband OTV. Er bietet den jungen Trommlerinnen und Trommlern so eine Plattform zur Leistungsmessung, die den rund 50 Tambourenvereinen in der Ostschweiz – von Zürich bis Domat-Ems, von Näfels bis Schaffhausen – als Gradmesser zumindest für den musikalischen Erfolg ihrer Jugendarbeit dient. Für all diese Vereine wie auch für die Stadttambouren ist ihre Jugendabteilung aber auch ein wichtiges soziales Gefäss, in welchem die jungen Musiker einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen und gleichzeitig soziales Verhalten in einer Gemeinschaft lernen. Ein Jugendwettspiel wie dasjenige in Gossau bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, über den eigenen Verein hinaus mit Gleichgesinnten neue Bande zu knüpfen.

Jungtambouren spielen am Jahreskonzert

So sehr am Jugendwettspiel also der Wettspielgedanke zählt, so wichtig ist auch das gemeinsame Festerlebnis. Gelegenheiten dazu boten sich in Gossau viele, denn der Tambourenverein Fürstenland/Gossau, der das Wettspiel anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums organisierte, hatte ein abwechslungsreiches Festprogramm auf die Beine gestellt. So offerierte beispielsweise die Abendunterhaltung am Samstag zahlreiche musikalische Leckerbissen. Am Festumzug am Sonntagnachmittag zeigten sich alle Vereine in ihren schönsten Uniformen – so auch die Jungtambouren aus Wil. Sie taten es so eindrücklich, wie sie sich auch schon während der Wettspiele präsentiert hatten. Erneut ins Wettspielgeschehen eingreifen können sie im nächsten Jahr am 17. Mai an den Jugendwettspielen in Elgg sowie vom 12. bis 15. September anlässlich des Eidgenössischen Jungtambourenfests in Zofingen. Das nächste Mal live zu sehen sind die Jungtambouren am Jahreskonzert der Stadttambouren am 18. November in der Wiler Tonhalle.

Nadio Giger


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