Jahreskonzert der Wiler Stadttambouren am 21. November 2010 im Stadtsaal

Stadttambouren musizierten „crazy“

Mehr Bilder

Die Tambouren begeisterten das Publikum beim Showtrommelstück „Drumline“ mit mitreissenden Rhythmen und atemberaubender Schlegeltechnik.

Mehr Bilder

Die Stadttambouren luden am 21. November zu ihrem Jahreskonzert in den Stadtsaal. Sie begeisterten ihr Publikum mit Rhythmen, Melodien, Schlegelakrobatik und einer Lichtshow – kurz mit vielerlei, das das Prädikat „crazy“ verdiente.

Musikverrückte Stadttambouren

Ein bisschen trommel- und claironverrückt, das muss man schon sein, wenn man bei den Stadttambouren mittut. Und in sein Instrument vernarrt sein, das auch. Was dann dabei herauskommt, wenn die Aktivsektion der Stadttambouren Wil und ihre Jungtambouren proben, das ist im wahrsten Sinne des Wortes „crazy“, also ein bisschen verrückt, gewitzt, manchmal auch etwas ausgefallen, aber immer wieder faszinierend. Davon zeugte das Jahreskonzert der Wiler Stadttambouren, zu welchem der Verein am 21. November in den Wiler Stadtsaal geladen hatte. Der Einladung war eine grosse Publikumsschar gefolgt und lies sich von vielerlei begeistern, das das Prädikat „crazy“ verdient hatte: von mitreissenden Rhythmen, eingängigen Melodien, atemberaubender Schlegelakrobatik und einer fulminanten Lichtshow.

Ein musikalisches Fest

Mit einem musikalischen Paukenschlag – genauer: mit dem Stück „Mr. Boum“, einem französischen Synonym für „Fest“ oder „Party“ – begrüsste die Aktivsektion ihre Gäste zum ersten Konzertteil und markierte so gleichsam, dass sie an diesem Nachmittag ein ausgelassenes musikalisches Fest zu feiern gedachte. Man bereiste anschliessend mit „Clairon Dixie“ die Dixieland-Welt des verrückten Amerikas am Anfang des 20. Jahrhunderts und mit „Domy“ die französische Musikwelt. Sodann präsentierten die Tambouren mit „Zigüner“ und „Virus“ zwei Kompositionen der Höchstklasse derart präzis, dass sich der Laie fragen musste, wie sich derart verrückte Trommelpartituren auswendig lernen lassen. Das andächtige „Omaha Beach“ schliesslich – von den Stadttambouren interpretiert als musikalisches Friedenssymbol – erinnerte an den 6. Juni 1944, als die Alliierten mit ihrer Landung an der französischen Normandieküste den Anfang des Endes des 2. Weltkriegs eingeläutet hatten, des wohl verrücktesten Ereignisses im vergangenen Jahrhundert.

Virtuose Jungmannschaft

Im Mittelteil des Konzerts standen die Jungtambouren des Vereins im Rampenlicht. Immer wieder beeindruckend ist es mitzuerleben, wie viele junge Trommlerinnen und Trommler in der Jugendabteilung der Stadttambouren mittun und mit welcher Freude sie ihr Können zum Besten geben. Die Jungtambouren-Gruppen der verschiedenen Ausbildungsstufen gefielen mit verschiedenen Stücken wie „Duo“, „Tambulino“, der „Schweizer- und Franzosentagwacht“, „Binggis“ oder der mehrstimmig vorgetragenen Komposition „Moskito“. Verrückt dabei war, wie bereits die allerjüngsten Tambouren virtuos mit den Trommelschlegeln umzugehen wussten und das Publikum zum Staunen brachten. Der Dank für die viele Arbeit mit den Jungtambouren gebührte dabei den Ausbildnern Maya Thomi, Isabella Walzthöny, Leo Künzle und Colin Bellhouse. Stolz ist man bei den Stadttambouren insbesondere auf Isabella Walzthöny, die kürzlich mit Bravour das Diplom zur Sektionsleiterin Höchststufe des Schweizerischen Tambourenverbandes erlangt hatte.

Bravouröser Showblock

Den dritten Konzertteil nutzte die Aktivsektion als musikalisch bravourösen Showblock, der in vielerlei Hinsicht „crazy“ war: So meisterten Claironisten wie Tambouren eine musikalische Fahrprüfung mit Namen „Driving Test“ gekonnt, bevor dann die Tambouren mit dem Stück „Powerplay“ punkto Stocktechnik einer guten Eishockey-Mannschaft in nichts nachstanden und sich mit dem Showtrommel-Stück „Drumline“ auch als choreographisch famoses Team in Szene setzten. Zusammen mit den Claironisten entführten sie das Publikum zudem in wärmere Gefilde und versprühten mit „Costañas“ und „Manaos“ nicht nur Cha-Cha-Cha-Rhythmen, sondern auch einen Hauch ausgelassenes Südamerika. Zum Grande Finale des Konzerts präsentierten Aktivsektion und Jungtambouren gemeinsam „Yvonne“. So gratulierten sie auch den Sektionsleitern Philipp Rütsche und Markus Graf sowie Präsident Thomas Meyer, der unlängst in den Zentralvorstand des Schweizerischen Tambourenverbandes gewählt wurde.

 

Nadio Giger


letzte Aenderung: 22.11.2010 | webmaster