OTV-Jugendwettspiele in Kreuzlingen mit den Wiler Jungtambouren

Beinahe ein Meistertitel für Wiler Trommler

Die Stadttambouren Wil mit der Sektion 1 am Sektionswettspiel des 33. OTV-Jugendwettspiel in Kreuzlingen.

 

Die Wiler Jungtambouren haben mit einer jungen, aber schlagkräftigen Truppe an den Jugendwettspielen des Ostschweizerischen Tambourenverbandes in Kreuzlingen teilgenommen. Lukas Osterwalder ertrommelte sich dabei sogar den Vizemeister-Titel.

Junge Wiler Truppe in Kreuzlingen

Jedes Jahr wird den jungen Trommlerinnen und Trommlern aus der ganzen Ostschweiz die Möglichkeit gegeben, anlässlich der Jugendwettspiele des Ostschweizerischen Tambourenverbandes ihr Können unter Wettspielbedingungen unter Beweis zu stellen. Dieses Jahr lud der Tambourenverein Kreuzlingen als Gastgeber am 18. und 19. September zu diesem Wettspiel ein. Beinahe 250 junge Musikerinnen und Musiker aus knapp 30 Vereinen der Ostschweiz folgten der Einladung, sich in verschiedenen Kategorien des Einzel- und Sektionswettspiels zu messen. Die Wiler Jungtambouren traten in Kreuzlingen mit einer sehr grossen, 27 köpfigen Truppe an, die allerdings sehr jung war – und dies aus verschiedenen Gründen: Die Wiler Jungtambouren mussten in den vergangenen Monaten den Abgang dreier wichtiger Leistungsträger verkraften; Isabella Walzthöny, Jan Künzle und Yves Wiesli, regelmässige Festsieger der vergangenen Jahre, trommeln mittlerweile definitiv nur noch in der Aktivsektion, da sie altersmässig an Jugendwettspielen nicht mehr teilnahmeberechtigt sind. Hinter ihnen klafft altersmässig ein Loch, die nächsten Leistungsträger der Jungtambouren sind erst 16 Jahre alt. Und schliesslich nahmen sehr viele sehr junge Wiler das erste Mal überhaupt an einem solchen Fest teil.

 

   
 
Die Stadttambouren Wil mit der Sektion 2 am Sektionswettspiel des 33. OTV-Jugendwettspiel in Kreuzlingen.
 

Lukas Osterwalder wird Vizemeister

Wettspiel, das hiess in Kreuzlingen für die Wiler Jungtambouren zum einen Einzelwettspiel. Ein solches besteht aus einem Vorrunden-Wettspiel in verschiedenen, nach Alter und Leistung unterschiedenen Kategorien. In diesem wird auswendig Vorgetragenes von einer Fachjury bewertet. Die besten 10 Tambourinnen und Tambouren jeder Kategorie qualifizierten sich zudem für das Finalwettspiel, um in diesem den Festsieger zu erküren. Schliesslich erhalten – je nach Kategorie – die besten 25 bis 35 Prozent der Musikerinnen und Musiker eine Kranzauszeichnung. Mit Dario Loser trat nur ein Wiler aus den bereits genannten Gründen in der Kategorie der ältesten Jungtambouren (T1, bis 20 Jahre) an und erreichte dort den beachtlichen 27. Rang. In der Kategorie T2 der Jungtambouren bis 18 Jahre trat gar niemand aus Wil an. Dafür markierte aber das schlagkräftige Gros der Wiler Jungtambouren in der Kategorie T3 (bis 16 Jahre) seine Präsenz – und tat dies eindrücklich: Lukas Osterwalder und Lukas Thomi hatten in ihren verschiedenen Vorrundengruppen jeweils schon den zweiten Platz und somit auch die Finalqualifikation erreicht. Im finalen Durchgang gelang es dann Lukas Osterwalder, den grossartigen zweiten Platz und somit den Titel des Vizemeisters zu erlangen. Lukas Thomi wurde im Finale ausgezeichneter Fünfter.

Zahlreiche Wiler Kranzauszeichnungen

Im Kielwasser der beiden Wiler Ausnahmekönner gelang aber auch einigen weiteren Wilern ein glänzendes Resultat: Dank ihrer Vorrunden-Platzierungen gewannen Noemi Andres (12.), Lukas Spirig (16.), Florian Haas (20.), Fabio Zingg (20.) und Larissa Schubert (21.) eine der begehrten Kranzauszeichnungen. Die soliden Leistungen von Raphael Beutler (29.), Lukas Jung (36.), Patrice Kuratli (37.), Tobias Spirig (39.), Xaver Widmer (44.), Linda Frischknecht (51.), Manuel Koch (56.), Louis Scheuer (56.), Lukas Dürr (57.) und Matthias Hilber (59.) komplettierten das gute Gesamtbild der Wiler Jungtambouren in dieser Kategorie. Ebenfalls zu einem Kranz gereichte es Tim Rüttimann als 12. in der Kategorie T4. Diese Kategorie bot den Allerjüngsten Gelegenheit, überhaupt einmal Wettspielluft zu schnuppern. Dies taten auch Daniel Müller (23.), Geron Gabriel (28.), Kevin Bissegger (29.), Richard Wartmann (30.), Oliver Hilber (37.), Timo Truniger (41.), Lucas Thiemann (43.), Dino Saiti (52.) und Jan Schläpfer (54.).

Hohe Messlatte für junge Sektion

Wettspiel, das hiess in Kreuzlingen aber auch Sektionswettspiel, also bewertetes Vorspielen als Gruppe. Die Möglichkeit dazu bot sich in zwei Kategorien, derjenigen der älteren, leistungsstärkeren (S1) und derjenigen der jüngeren, weniger erfahrenen Trommlerinnen und Trommler (S2). Als einer der wenigen Vereine traten die Stadttambouren Wil unter der Leitung von Isabella Walzthöny und Leo Künzle mit zwei Gruppen. Isabella Walzthöny hatte sich als Leiterin der älteren Jungtambouren dafür entschieden, trotz des jugendlichen Alters und des heterogenen Leistungsstands ihrer Truppe in der Kategorie S1 anzutreten. Sie erhöhte die Messlatte zusätzlich, indem sie sich mit dem Marsch „Gneggis“ – im Gegensatz zu praktisch allen anderen Vereinen – für Literatur des Basler Trommelns entscheid, die einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad aufweist. So war es denn absehbar, dass die Wiler Sektion nicht an der Spitze mitmischen konnte, sich der Erfahrung und dem Alter der anderen Sektionen beugen musste, dennoch aber den beachtlichen 6. Rang erreichte.

 
 
Die Jungtambourenausbilder: Leo Künzle und Isabella Walzthöny
 

Langfristige Ziele der Jungtambouren

Isabella Walzthöny ist aber vor allem deshalb ein Kränzchen zu winden, weil sie den kurzfristigen Erfolg mutig wichtigen langfristigen Zielen untergeordnet hat. So hat sie es geschafft, eine heterogene Truppe zu einer Sektion zusammenzuschweissen, und hat dieser die Möglichkeit gegeben, in derjenigen Kategorie Wettspielluft zu schnuppern, in der sie als Team in den kommenden Jahren für Furore sorgen kann. Vor allem aber hat Isabella Walzthöny auf das Basler Trommeln unter Wettspiel-Bedingungen vorbreitet – ein Bereich des Trommelns, der am eidgenössischen Wettspiel für Jungtambouren 2011 im Sektionswettspiel Pflicht sein wird. Im Gegensatz zur Wettspielteilnahme der älteren Sektion war es klar, dass die allerjüngsten Wiler Trommler unter der Leitung von Leo Künzle bei ihrem ersten Sektionswettspiel in der Kategorie S2 antraten. Dabei resultierte der solide 12. Rang – ein Rang, der auch dieser Truppe Motivation dafür ist, sich stetig weiterentwickeln zu wollen. Die nächste Bühne, die sich den Wiler Jungtambouren dazu bietet, ihr Können unter Beweis zu stellen, ist das Jahreskonzert der Wiler Stadttambouren. Dieses findet am Sonntag, 21. November 2010, im Wiler Stadtsaal statt.

Nadio Giger


letzte Aenderung: 30.09.2010 | webmaster