Der Wilerbär steppt
1972-1981
Im Fortissimo wirbelten sich die Stadttambouren durch die sechste Dekade der Vereinsgeschichte. Stolz stellten die Wiler 1972 den Vorort des STV-Präsidiums mit ihrem Vereinspräsidenten Peter Bernhardsgrütter an der Spitze. Auch musikalisch hatten die Stadttambouren Grosses vor und bewiesen am ZTPV-Wettspiel 1973 in Schwyz eindrücklich, dass sie ihren hohen Ansprüchen gewachsen waren. In der Kategorie A der Tambouren sowie in der Kategorie Tambouren/Clairon liessen sich die Wiler den goldenen Lorbeerkranz anheften. «Gerade in diesem Jahr ist uns, so glaube ich, wenigstens, der grosse Durchbruch zur Spitze gelungen», kommentierte Sektionsleiter Fredy Tribelhorn das Erfolgsjahr. Noch im selben Jahr reisten elf Mitglieder der Stadttambouren anlässlich einer 12-Tage Tournee des STV in die USA, um dort das Schweizer Tambourenspiel zur Schau zu stellen. Auch 1974 prägte ein allgemeines Fernweh die Grundstimmung der Stadttambouren. Nicht nur reiste man nach Visp, um dort am Eidgenössischen Wettspiel teilzunehmen und die historische Uniform im ersten Fernsehauftritt der Vereinsgeschichte zu präsentieren, man besuchte auch das Musikfest in der deutschen Stadt Villingen und stärkte 1975, auf der Vereinsreise nach München und Salzburg, den Zusammenhalt. Apropos Zusammenhalt: 1976 lud man die Tambouren und Pfeifer aus Visperterminen auf ein «Walliserwochenende» in die Äbtestadt ein, um die am vergangenen Eidgenössischen Wettspiel aufgebaute Freundschaft zu pflegen. Mit Vergnügen vernahm man seinerzeit wie Tarzis Meyerhans das Präsidentenamt antrat und sogleich Schritte einleitete, deren Spuren heute noch im Vereinsleben wiederzufinden sind. Beispielsweise wurde 1977 die Probebesuchsstatistik eingeführt. Zudem organisierte man ein erstes, vereinsinternes Jungtambouren-Lager in Wildhaus, das mit knapp 40 Jugendlichen durchgeführt wurde. Im Leiterteam vertreten war damals schon OTV-Koryphäe und Vereins-Silberrücken Leo Künzle, der als langjähriger Organisator des OTV-Jugendlagers noch heute manchem Jungtambour bestens bekannt ist. Die rege Vereinstätigkeit gipfelte 1978 in der Durchführung des Eidgenössischen Wettspiels in Wil. Der musikalische Wettkampf, der Festakt auf dem Hofplatz sowie ein Festumzug mit schier 100 teilnehmenden Gruppen und 10’000 Zuschauern sind lediglich die Höhepunkte eines einmaligen Happenings. Den Spirit des Trommelspiels hatten die Stadttambouren damit allemal geweckt. Und auch wenn sie keineswegs dem Aberglauben gesinnt waren, so mussten sie dennoch feststellen, dass aller guten Dinge drei sind – zumindest, wenn sie die Reise in die Niederlande antraten: 1979 belegten die Stadttambouren bei ihrer dritten Teilnahme am Internationalen Tambourenwettbewerb in Deventer ein drittes Mal den 1. Rang. Die Jahrzehntwende brachte für die Stadttambouren eine Veränderung im Erscheinungsbild. Das uns heute bekannte Logo wurde von Bruno Berlinger entworfen und 1980 festlich der Wiler Bevölkerung präsentiert. Zwei weitere Höhepunkte des Jahres waren die Tonaufnahme zur Sendung «Tour de Swing» mit Paola und Kurt Felix in der Tonhalle sowie die Einweihung des in Fronarbeit renovierten Probelokals. Mit dem Umbau ihrer Übungsstätte schafften die Stadttambouren nicht nur Platz für Bläserproben und Zusammenkünfte, sie reagierten auch auf den technischen Fortschritt im Trommelbau. Holzplatten, in die moderne, kunststoffüberzogene Böckli passen, lösten die klassischen, mit Gummiplatten bestückten Holzböckli ab.