Full House
1992-2001
Das Bedürfnis der heranwachsenden Generation, ihre Begeisterung für die Musik mit Gleichgesinnten zu teilen, brachte in den Achtzigern und frühen Neunzigern einen regelrechten Boom an Neuanmeldungen mit sich. Vor allem Schulbesuche waren ein taugliches Instrument, die Werbetrommel so richtig zu rühren. Folglich glich das Vereinskonstrukt bald einem vollen Haus, das sich in den letzten Jahren des Millenniums auf ein starkes Fundament aus Jungtambouren stützen konnte. 1992 präsentierten sich die Wiler Tambouren nicht nur dem deutschen Publikum, anlässlich des Trachtenfests in Herrenberg, sondern auch, mit ihrer Mitwirkung in der Fernsehsendung «Direkt us … Wil»,den Schweizer Fernsehzuschauern. Noch im selben Jahr räumte Präsident Herbert Haag das Oval Office und stellte mit Marcel Malgaroli einen versierten Nachmieter. Mit der Anschaffung eines Hi-Hats renovierten die Wiler 1993 ihr Repertoire und führten bald moderne Perkussionsstücke auf. Fortan bliesen die Claironisten unter der Leitung von Markus Graf, dem wohl letzten Claironleiter der Vereinsgeschichte. Die erste Prüfung meisterte die neu arrangierte Bläsergruppe bravourös. Am Eidgenössischen Tambourenfest 1994 in Gossau konnte der Wiler Tambouren-Clairon-Sektion, in der entsprechenden Kategorie TC, niemand das Wasser reichen. Obendrein durften sich die Trommler in der Kategorie Tambouren S1 die Bronzemedaille umhängen lassen. Zu verdanken hatten die Stadttambouren diesen Coup nicht zuletzt dem im Vorhinein durchgeführten Probeweekend in Wildhaus. Das Jahr 1995 führte die Stadttambouren an die berühmtesten Sportschauplätze des Landes. Im Frühjahr machten die Wiler Tambouren die St. Moritzer Pisten im Rahmen eines Skiweekends unsicher und im Sommer begeisterten ebendiese das Publikum der Schweizer Militärmusiktage mit ihrer Vorführung auf dem Rasen des Berner Wankdorfstadions. Nebst dem Skifahren hielt auch der Tanz Einzug ins Vereinsleben der Stadttambouren. Eine gemeinsame Show mit dem «Esther Lehmann Ballett» wurde am Saalkonzert 1993, beim 75-Jahre-Jubiläum des OTV 1995 in Frauenfeld und am 5. Trommelfestival 1997 in Köniz aufgeführt. Ohnehin war eine Kollaboration mit anderen Vereinen, insbesondere im Rahmen des Jahreskonzertes, seinerzeit nicht aussergewöhnlich. Die STV-Damenriege, der Jodelchor und das Jugendorchester – sie alle umrahmten Jahreskonzerte in den 90er Jahren. Einer der letzten Höhepunkte des alten Jahrtausends erlebten die Stadttambouren 1998 am Eidgenössischen Wettspiel in Solothurn, wo sie sich den Sieg in der Kategorie Tambouren/Clairon sicherten und mit einem vierten Rang in der Kategorie S1 nur knapp am Treppchen vorbeischrammten. Im Jahr 1999 umrahmten die Stadttambouren diverse Feierlichkeiten. Nebst den jährlich wiederkehrenden Wiler Traditionsanlässen, dem «Steckliträge» und dem Silvesterumzug, schmückten sie die Eröffnung des Stadtsaals, die Einweihung des Gossauer Probelokals und die 1. Barbecue Weltmeisterschaften mit musikalischen Darbietungen. Mit der Jahrtausendwende mussten sich die Wiler nicht nur an eine neue, exotische Jahreszahl gewöhnen, sondern auch an einen andersartigen Führungsstil: Präsident Marcel Malgaroli wurde von Peter Krähenbühl abgelöst. Im ersten Präsidialjahr Krähenbühls reisten die Stadttambouren ans ZTPV-Fest nach Basel und erspielten sich in der Kategorie Tambouren/Clairon den ersten Rang. Dann begann die Erde unter der Aktivsektion an zu beben und immer mehr Eigengewächse schossen aus dem Boden, die das Potential hatten, einst nach den Sternen zu greifen. In diesem Sinne: Bühne frei für die jungen Wilden!