Renaissance
1932-1941
Die Lahmlegung des Vereinsleben, die der kriegsbedingten Abwesenheit von zwölf Aktivmitgliedern geschuldet war, brachte lediglich einen einzigen positiven Effekt mit sich. Das Eidgenössische Militärdepartement sprach dem Tambourenverein Wil und weiteren Vereinen unter strengen Vorgaben, die vornehmlich eine effizientere militärische Ausbildung als Ziel hatten, Subventionen zu. In einem Brief des Zentralvorstands des Schweizerischen Tambouren Verbands an die Verbandssektionen steht geschrieben: «Diese [Ausrichtung von Subventionen] ist den Sektionen am 15. Juni in der Instrumentalzeitung bekanntgegeben worden und hat nach derselben der Tambour jährlich 24 obligatorische Uebungen zu besuchen, die den Verein zum Bezuge von einer Subvention berechtigt». Den Wettkampfgeist hatten die Wiler Tambouren in den Kriegsjahren nicht abgelegt. Von 1942 bis 1945 nahmen sie an den Wettspielen in Sirnach, Oerlikon und Domat-Ems teil. Auch während die Schweiz nach 1945 allmählich aus dem Kriegskoma erwachte, stellten sich die Stadttambouren tapfer der Konkurrenz. In einer Zeit, in der die Veranstalter lediglich 16.- pro Festkarte verlangten, traten die Wiler Trommler am Eidgenössischen Wettspiel 1946 in Winterthur ein erstes Mal in der 1. Kategorie an und belegten sogleich den zehnten Rang. Obwohl der Tambourenverein Wil alle Hebel in Bewegung setzte, dem Trommelspiel neuen Aufschwung zu verleihen, beispielsweise mittels der Wiederbelebung des Vereinsabend, kämpfte man dennoch mit rückläufigem Nachwuchs. Auch das Wettspiel im darauffolgenden Jahr brachte die Wiler Gemüter zum Kochen, zumindest wenn man vom erfreulichen dritten Platz im Vereinswettbewerb absah. Einerseits reichten die Wiler eine Beschwerde bezüglich den Startzeiten bei den Bütschwiler Veranstaltern ein, was von diesen in einem Schreiben als «völlig deplatziert» eingeordnet wurde, da der Zeitplan im Allgemeinen vom Technischen Ausschuss und nicht von den Organisatoren ausgestellt würde. Darüber hinaus wurden die Tambouren bei ihrer Rückkehr in die Äbtestadt enttäuscht: Es wurde aufgrund eines Missverständnisses kein Empfang organisiert. In den Folgejahren stieg die Präsenz der Stadttambouren im öffentlichen Leben an. So generierten sie Einnahmen anhand der Organisation von Fastnachtsumzügen oder dank anzahlmässig gesteigerter Passivbeiträge à 4 Franken. Der langjährige Präsident Adolf Billwiller übergab im Jahre 1949 sein Amt an Alex Bannwart, ehe ersterer ein Jahr später zum Ehrenpräsidenten erkoren wurde. Das Jahr 1950 war auch das Jahr einer Wiedergeburt. Nachdem die Stadttambouren, geschuldet der misslichen finanziellen Verhältnisse, 25 Jahre zuvor die initialen Bemühungen der Schaffung und Wahrung einer Pfeifer-Sektion eingestellt hatten, kauften sie seinerzeit zehn Piccolos an und starteten einen Pfeifer-Kurs. Nebst der Rückkehr der Pfeifer gibt auch der damalige Entschluss über die Renovierung des Übungslokals Aufschluss über das Bestreben der Stadttambouren, dem Verein neue, moderne Fassaden zu verleihen.